Echte Herzenssache

Dr. med. Britta Goldmann ist Chefärztin der Kardiologie in der Asklepios Klinik Harburg. Mit “Healthcare & Life” spricht sie darüber, wie man Patienten Ängste nimmt, welche Anzeichen man nicht ignorieren darf und ob Männer- und Frauenherzen unterschiedlich schlagen.

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Dr. Britta Goldmann über …

Dr. med. Britta Goldmann Sie stammt aus Hannover, doch seit ihrem Studium der Humanmedizin (1986-1992) lebt Dr. Britta Goldmann in Hamburg. Von 2004 bis 2014 war sie Oberärztin am Universitären Herzzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Seit Januar 2014 ist sie Chefärztin der Kardiologie in der Asklepios Klinik Harburg. Britta Goldmann hat Spaß am Kochen, sie treibt gern Sport und verreist am liebsten mit ihrer 14-jährigen Tochter.
Dr. med. Britta Goldmann
Sie stammt aus Hannover, doch seit ihrem Studium der Humanmedizin (1986-1992) lebt Dr. Britta Goldmann in Hamburg. Von 2004 bis 2014 war sie Oberärztin am Universitären Herzzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Seit Januar 2014 ist sie Chefärztin der Kardiologie in der Asklepios Klinik Harburg. Britta Goldmann hat Spaß am Kochen, sie treibt gern Sport und verreist am liebsten mit ihrer 14-jährigen Tochter.
Foto: Anna Daki

… Krankheitsbilder, die Sie behandelt

Im Asklepios Klinikum Harburg bin ich Leiterin der 1. Medizinischen Klinik. Sie umfasst die Klinik für Kardiologie und die Medizinische Intensivstation. Wir behandeln alle Formen der akuten und chronischen Herzerkrankungen. Schwerpunkte sind die Koronare Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkranzgefäße) und die strukturellen Herzerkrankungen. Neben der Allgemeinen Kardiologie bieten wir interventionelle Verfahren zur Behandlung von Klappenerkrankungen, Rhythmusstörungen, koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz an.

 … Möglichkeiten, Patienten die Angst zu nehmen

Unsere Devise ist es, trotz High-Tech Medizin menschlich zu bleiben. Die Patienten erhalten ein individuelles Behandlungskonzept, ich spreche alternative Behandlungsstrategien aber auch Risiken und Nachteile offen an. Durch die räumliche Nähe zur Kardiochirurgie bei uns in Harburg wird der Gedanke des Herz-Teams bei uns gelebt und gepflegt. Wir sprechen auch mit den Angehörigen. Ob ärztliche Versorgung oder Pflege, wichtig ist, ein Vertrauensverhältnis zwischen den Patienten, Ärzten und Mitarbeitern aufzubauen. Nur so können Ängste vor Behandlungen genommen werden.

 … Anzeichen schwerer Herzerkrankungen

“Schwere Herzerkrankungen” präsentieren sich nicht immer durch ausgeprägte oder offensichtliche Symptome. Jemand mit einer koronaren Herzerkrankung beispielsweise kann lange Zeit beschwerdefrei sein, obwohl eigentlich die Indikation zu einer Bypass-Operation besteht. Man weiß aus anatomischen Studien, dass Patienten, die am plötzlichen Herztod versterben, häufig eine Herzerkrankung haben, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war. Andererseits gibt es eine Fülle klinischer Hinweise und Symptome: Brustschmerzen bei Belastung, Schwindel, subjektiv bemerkte Herzrhythmusstörungen, Luftnot, aber auch Leistungsabfall oder nicht erklärte Schwäche können Hinweise für eine ursächliche Herzerkrankung sein.

 … ungesunden Lebensstil versus Genetik

Die genetische Disposition für Arteriosklerose und die koronare Herzerkrankung ist gut untersucht und bekannt. Der Lebensstil spielt jedoch die wahrscheinlich größere Rolle. In Entwicklungsländern nimmt die Rate an Herzinfarkten und koronarer Herzerkrankung zu, sobald der Lebensstil sich den westlichen Industrienationen annähert. Hoher Blutdruck, Diabetes, Stress und Übergewicht gehören zu den gängigen Risikofaktoren. Bewegungsmangel und vor allem Nikotinkonsum sind weitere.

 … die Unterschiede von Männern und Frauen bei Herzerkrankungen

Männer und Frauen haben grundsätzlich die gleichen Risikofaktoren. Doch Frauen sind bis zu den Wechseljahren durch die Östrogene geschützt, die sich günstig auf den Fettstoffwechsel auswirken. Wir wissen, dass Frauen ihre Herzerkrankung – dies gilt vor allem für die koronare Herzerkrankung – etwa 10 Jahre später bekommen als Männer. Doch Frauen sterben häufiger am Herzinfarkt als Männer. Ob dies mit dem höheren Lebensalter zusammenhängt ist nicht ganz klar. Die positive Wirkung der Hormone wird im Übrigen durch das Rauchen aufgehoben. Junge Raucherinnen haben ein deutlich höheres Infarktrisiko als Nichtraucherinnen gleichen Alters.