Retten, heilen, weiterbilden

Prof. Dr. med. Christian Jürgens ist Ärztlicher Direktor des BG Unfallkrankenhauses Hamburg (BUKH) und Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). In HANSEstyle spricht er über das BUKH, das die meisten unter dem Begriff Boberg kennen, über wichtige medizinische Innovationen und seine Einschätzung des Gesundheitsstandortes Hamburg.

http://www.bg-klinikum-hamburg.de/

 Professor Jürgens über…

Prof. Dr. med. Christian Jürgens Seit 2002 ist Prof. Jürgens Ärztlicher Direktor am BUHK und zusätzlich seit 2003 Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des UKSH. Der Mallorca-Fan entwickelte eine biologisch abbaubare Wundabdeckung. Er saß im Fachbeirat der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe und ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für winkelstabile Osteosyntheseverfahren. Und wenn dann manchmal ein bisschen Zeit bleibt, spielt er eine Runde Golf.
Prof. Dr. med. Christian Jürgens
Seit 2002 ist Prof. Jürgens Ärztlicher Direktor am BUHK und zusätzlich seit 2003 Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des UKSH. Der Mallorca-Fan entwickelte eine biologisch abbaubare Wundabdeckung. Er saß im Fachbeirat der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe und ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für winkelstabile Osteosyntheseverfahren. Und wenn dann manchmal ein bisschen Zeit bleibt, spielt er eine Runde Golf.
Foto: Marius Engels

… das BUKH mit einem der größten Trauma-Zentren Deutschlands

Wir versorgen alle frischen Verletzungen, die über die Rettungsdienste bei uns eingeliefert werden. Da ein Notarztwagen und ein Rettungshubschrauber stationiert sind, ist unser Haus entsprechend für die Versorgung von Verletzungen aller Schweregrade ausgerichtet. Umfassende Versorgung beinhaltet neben dem Equipment und der fachlichen Expertise für den operativen Eingriff aber auch Möglichkeiten einer integrierten rehabilitativen Behandlung, die wir für unsere Patienten vom ersten Tag an bereitstellen.

Neben den Schwerstverletzten versorgen wir ebenfalls Patienten mit Verletzungen und Verletzungsfolgen nach Bagatell-, Haus- und Sportunfällen. In den letzten Jahren haben wir in Zusammenarbeit mit vielen anderen Organisationen wie dem Hamburger Sportbund, dem Deutschen Rollstuhlsportverband, Fußballvereinen im In- und Ausland – auch aus der Bundesliga – sowie einem Profi-Radsportteam ein Kompetenzzentrum für sportmedizinische Betreuung aufgebaut. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang unsere Aktivitäten im Behindertensport und bei den Paralympics. Es werden aber nicht nur Patienten mit Unfällen oder Unfallfolgen behandelt, sondern bis auf Kinderorthopädie bietet das Unfallkrankenhaus Boberg das gesamte Spektrum der Orthopädie und Unfallchirurgie für alle Patienten der Berufsgenossenschaften, Krankenkassen und Unfallversicherungen – Boberg ist eben für alle da!

… seine Doppelfunktion in der Direktion im BUKH sowie im UKSH Lübeck

Zunächst einmal: Eine solche Doppelfunktion ist nur dann auszufüllen, wenn an beiden Standorten ein engagiertes, loyales und hochqualifiziertes Team arbeitet, mit dem man diese Aufgaben gemeinsam bewältigt. Weiterhin ist es aber auch so, dass der besondere Reiz einer solchen Position darin besteht, dass Synergieeffekte zur Wirkung kommen, die für beide Standorte nützlich und hilfreich sind. Das Potential zweier Hochleistungskliniken und Institutionen zusammenzuführen ist zudem verbunden mit Möglichkeiten für Wissenschaft und Forschung und wird von uns auch genutzt, um die Lehre und Aus- und Weiterbildung von Studenten und Ärzten vielseitiger und umfassender zu gestalten.

… wichtige medizinische Innovationen

Sowohl für die Orthopädie als auch für die Unfallchirurgie hat in den letzten Jahren die Einführung der Winkelstabilität bei der Osteosyntheseversorgung eine große Bedeutung erlangt. Mit dieser Thematik haben wir uns bereits in den 90er Jahren in der St. Georg Klinik befasst, so dass wir nun auf eine über 30-jährige Erfahrung zurückblicken. Diese Verfahren wurden in Boberg und in Lübeck gemeinsam fortentwickelt und mit Hi-Tec-Applikationen ergänzt. Daher wird eine in-vivo-Datenerfassung des Knochenheilungsverlaufes mithilfe von Mikrochips sowie durch Übertragung der Informationen auf kabellosem Weg als telemedizinische Diagnostik und Betreuung möglich. Eine weitere Innovation, die richtunggebend und spannend ist, sind externe Fixations-Systeme kombiniert mit Robotics und Elektronik, die permanente Korrekturen von Extremitäten-Fehlstellung bis hin zu Extremitäten-Verlängerungen erlauben.

… den Gesundheitsstandort Hamburg

Das Gesundheitssystem in Hamburg fußt im Wesentlichen auf drei Säulen – dem ambulanten, dem stationären und patientenfernen administrativen Bereich. Zum letzteren gehören die Gesundheitsbehörde und die Wissenschaftsbehörde, die die Rahmenbedingungen festlegen, in denen sich der Gesundheitsstandort entwickeln kann. Weiterhin zählen dazu Einrichtungen und Firmen der Medizintechnik, Medizinprodukte-Hersteller sowie Netzwerke des wissenschaftlichen Austauschs und Patienteninteressenvertretungen.

… den nationalen und internationalen Vergleich

Hamburg muss sich weder national noch international „verstecken“, sondern hat mit seinem flächendeckenden ambulanten Sektor sowie seinen hochqualifizierten Krankenhäusern und der gleichzeitigen Unterstützung durch Politik und Wirtschaft die besten Voraussetzungen, die positive Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen und seine Bedeutung als Gesundheitsmetropole weiter auszubauen.