Minimal-invasive Operationen – eine Revolution der Chirurgie

Der Direktor der Chirurgischen Klinik im Israelitischen Krankenhaus Hamburg, ist ein Experte auf dem Gebiet der „kleinen“ oder sogar „unsichtbaren“ Operationsnarben.

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Professor Zornig im Gespräch mit HANSEstyle

Prof. Dr. Carsten Zornig 1953 in Hamburg geboren, begann Carsten Zornig nach dem Studium seine medizinische Laufbahn als Assistenzarzt im Allgemeinen Krankenhaus Harburg. Nach 12 Jahren im UKE und seiner Habilitation wurde er 1998 Direktor der Chirurgischen Klinik im Israelitischen Krankenhaus. Der auf Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) spezialisierte Mediziner ist im Vorstand der Hamburger Krebsgesellschaft. Zornig, der im Alter von 20 Jahren heiratete und gemeinsam mit seiner Frau, einer in Brüssel aufgewachsenen Schweizerin, sieben Kinder hat, ist in seiner Freizeit häufig im Großflottbeker Tennis- Hockey- und Golf-Club anzutreffen. Der Autofan hört lieber Rock als Klassik, seine Lieblingsmusiker sind Jimi Hendrix, Kings of Leon, Amy Winehouse und John Mayer. Photo: Ulrich Lindenthal-Lazhar
Prof. Dr. Carsten Zornig
1953 in Hamburg geboren, begann Carsten Zornig nach dem Studium seine medizinische Laufbahn als Assistenzarzt im Allgemeinen Krankenhaus Harburg. Nach 12 Jahren im UKE und seiner Habilitation wurde er 1998 Direktor der Chirurgischen Klinik im Israelitischen Krankenhaus. Der auf Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) spezialisierte Mediziner ist im Vorstand der Hamburger Krebsgesellschaft. Zornig, der im Alter von 20 Jahren heiratete und gemeinsam mit seiner Frau, einer in Brüssel aufgewachsenen Schweizerin, sieben Kinder hat, ist in seiner Freizeit häufig im Großflottbeker Tennis- Hockey- und Golf-Club anzutreffen. Der Autofan hört lieber Rock als Klassik, seine Lieblingsmusiker sind Jimi Hendrix, Kings of Leon, Amy Winehouse und John Mayer.
Foto: Ulrich Lindenthal-Lazhar

Ist die minimal-invasive gegenüber der konventionellen offenen Chirurgie immer vorzuziehen?

Die minimal-invasive Chirurgie ist eine Revolution der Chirurgie, da viele Eingriffe schneller und effektiver machbar sind. Ein Vorteil gegenüber der konventionellen Chirurgie liegt darin, dass die Verletzung der Bauchdecke beim Zugang zum Organ geringer ist. Das ist am Beispiel einer Gallenblasen-OP gut zu veranschaulichen: In der konventionellen Chirurgie macht man bei einer solchen OP einen 20 Zentimeter langen Schnitt am Rippenbogen entlang durch die Bauchdecke bis zur Gallenblase. Heute führen wir diesen Eingriff mit drei bis vier Löchern von 5 bis 10 Millimetern Durchmesser durch. So hat man eine wesentlich geringere Rate an Wundheilungsstörungen, postoperativen Schmerzen und Narbenbrüchen. Aber es gibt auch Einschränkungen der minimal-invasiven Chirurgie: Der operierende Arzt kann seinen Tastsinn nicht einsetzen, da er seine Finger nicht in die Wunde einführen kann und komplexe Operationen können mit dieser Methode schwierig sein, weil man festgelegte Arbeitswinkel durch die Instrumente hat.

Sie waren weltweit einer der ersten Mediziner, der eine Patientin nach der Notes-Methode operierte. Was versteht man unter dieser Verfahrensweise?

Die Notes-Methode kann man als eine Ergänzung des minimal-invasiven Vorgehens verstehen. Bei dieser Behandlung nutzt man natürliche Körperöffnungen als Zugang zum operierenden Bereich. Zum Beispiel lässt sich die Gallenblase durch einen transvaginalen Zugang (durch die Scheide, Anm. d. Red.) operieren, ohne dass hinterher Narben sichtbar sind.

Welche Vorteile sehen Sie in der engen Zusammenarbeit mit dem Krebsforschungsinstitut Indivumed?

Bei der Gründung von Indivumed in 2002 war unser Ziel, durch die Verknüpfung von Forschung und klinischer Behandlung die Entwicklung individualisierter Krebstherapien zu beschleunigen und den Kontakt der Klinik zur vordersten Front der Forschung zu gewährleisten. Das Institut verfügt mittlerweile über die größte hochqualitative Gewebebank der Welt. Wenn Bedarf an klinischen Forschungen besteht, führen wir die Studien in Absprache mit dem Institut im Israelitischen Krankenhaus durch. Bei vielen Medikamentenentwicklungen konnte das Forschungsinstitut so entscheidend mithelfen. Auf der anderen Seite stellen wir durch die Zusammenarbeit eine gute Nachsorge unserer Tumorpatienten sicher, da die Verläufe unserer Patienten von Indivumed dokumentiert werden.

Welche Empfehlung für einen gesunden Bauchraum geben Sie?

Meiner Meinung nach ist das Körpergewicht ein entscheidender Punkt für Gesundheit oder Krankheit. Bewegung ist der einzige in Studien nachgewiesene Faktor mit statistischer Relevanz, der das Krebsrisiko minimieren kann. Mein Tipp: Essen Sie alles was Ihnen schmeckt, seien Sie dabei variantenreich und halten Sie durch ausreichend Bewegung ein gutes Körpergewicht!